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Extra · Computerwissen · Lektion X3

Betriebssysteme im Vergleich: Windows, macOS und Linux

Aktualisiert am 4 Min. Lesezeit

Jeder Computer braucht ein Betriebssystem. Es verwaltet die Hardware, verteilt Rechenzeit und Speicher auf Programme, organisiert Dateien und sorgt dafür, dass sich Anwendungen nicht gegenseitig in die Quere kommen. Auf Arbeitsplatzrechnern dominieren drei Systeme: Windows, macOS und Linux. Auf Servern sieht das Bild ganz anders aus.

Lernziele

  • Du kennst die Grundaufgaben eines Betriebssystems.
  • Du kannst Windows, macOS und Linux sachlich vergleichen.
  • Du weißt, warum PHP-Server fast immer unter Linux laufen.
Techniker mit Notebook arbeitet an einem Serverschrank
Server in Rechenzentren laufen überwiegend unter Linux. Foto: Derrick Coetzee from Berkeley, CA, USA, CC0 (Wikimedia Commons).

Was ein Betriebssystem leistet

Den Kern eines Betriebssystems nennt man Kernel. Er steuert direkt die Hardware und teilt Ressourcen zu. Darüber liegen Systemdienste, Bibliotheken und schließlich die Programme, mit denen Menschen arbeiten. Wichtige Aufgaben sind:

  • Prozessverwaltung: Welches Programm bekommt wann wie viel Rechenzeit?
  • Speicherverwaltung: Jedes Programm bekommt seinen eigenen, geschützten Speicherbereich.
  • Dateisysteme: Wie werden Daten auf SSD oder Festplatte organisiert?
  • Rechte: Wer darf welche Datei lesen, ändern oder ausführen?
  • Netzwerk: Verbindungen aufbauen und Daten übertragen.

Windows

Windows von Microsoft ist auf Desktop-Rechnern weltweit das verbreitetste System. Seine Stärken sind die große Auswahl an Software und Hardware, die gute Unterstützung für Spiele und die Verbreitung in Unternehmen und Schulen. Kritisiert werden häufig der Umgang mit Telemetriedaten und die Vorgaben bei Updates.

Für Entwickler hat sich Windows stark verändert. Mit dem Windows Subsystem for Linux (WSL) läuft eine echte Linux-Umgebung direkt unter Windows. Wer PHP unter Windows entwickelt, arbeitet damit heute oft in einer Linux-Umgebung – mit denselben Pfaden, Rechten und Befehlen wie auf dem späteren Server.

macOS

macOS läuft ausschließlich auf Apple-Rechnern und ist eng mit der Hardware abgestimmt. Es gilt als bedienfreundlich, stabil und gut integriert in die übrige Apple-Welt. Unter der Oberfläche steckt ein Unix-artiges System, weshalb viele Werkzeuge aus der Linux-Welt direkt oder über Paketmanager wie Homebrew verfügbar sind. Unter Webentwicklerinnen und -entwicklern ist macOS daher verbreitet.

Nachteile sind der Preis der Hardware und die Bindung an einen Hersteller. Seit Apple eigene ARM-Prozessoren verbaut, sollte man bei Containern außerdem auf die passende Architektur achten.

Linux

Linux ist ein freier Kernel, der 1991 von Linus Torvalds angekündigt wurde. Zusammen mit freier Software entstehen daraus Distributionen wie Debian, Ubuntu, Fedora oder openSUSE. Linux ist kostenlos, quelloffen, sehr anpassbar und läuft von kleinen Einplatinenrechnern bis zu Supercomputern.

Auf dem Desktop ist Linux eine Minderheit, auf Servern dagegen der Normalfall. Die allermeisten PHP-Anwendungen im Internet laufen auf Linux-Servern – aus guten Gründen: keine Lizenzkosten, lange Unterstützungszeiträume bei Server-Distributionen, ausgereifte Paketverwaltung, Stabilität und eine riesige Gemeinschaft.

WindowsmacOSLinux
KostenLizenzmit Hardwarefrei
Hardwaresehr breitnur Applesehr breit
Verbreitung Desktophochmittelgering
Verbreitung Servermittelkaumsehr hoch
PHP-Entwicklunggut mit WSL/Dockergutsehr gut

Was bedeutet das für PHP?

PHP selbst läuft auf allen drei Systemen. Entscheidend ist, dass sich deine Entwicklungsumgebung möglichst wenig vom späteren Server unterscheidet. Deshalb arbeiten viele heute mit Containern oder WSL, egal welches System auf dem Schreibtisch steht. Die Möglichkeiten beschreibt Lokale Entwicklungsumgebung.

Einige Unterschiede solltest du kennen:

  • Zeilenenden: Windows nutzt standardmäßig CRLF, Linux und macOS LF. Git kann das umwandeln; im Projekt sollte eine Konvention gelten.
  • Pfade: Nutze die Konstante DIRECTORY_SEPARATOR oder einfach Schrägstriche – PHP akzeptiert sie auch unter Windows.
  • Dateirechte: Unter Linux muss der Webserver-Benutzer Schreibrechte für Upload- und Cache-Ordner haben, aber nicht mehr.

Fazit

Ein „bestes“ Betriebssystem gibt es nicht. Für den Arbeitsplatz zählen Gewohnheit, Software und Budget. Für Server gibt es dagegen einen klaren Standard: Linux. Wer PHP professionell einsetzt, sollte sich deshalb mit der Linux-Kommandozeile anfreunden – unabhängig davon, womit er selbst arbeitet. Hintergrund zur Hardware liefert Computerhardware verstehen, zur Sicherheit von Servern die Lektion Sicherheitsgrundlagen. Mehr zu Linux bietet der Wikipedia-Artikel.

Selbstcheck

Was ist der Kernel?

Der Kern des Betriebssystems, der die Hardware steuert und Ressourcen zuteilt.

Warum laufen PHP-Server meist unter Linux?

Keine Lizenzkosten, lange Unterstützung, ausgereifte Paketverwaltung und hohe Stabilität.

Welcher Unterschied bei Dateinamen führt oft zu Fehlern?

Linux unterscheidet Groß- und Kleinschreibung, Windows und macOS standardmäßig nicht.

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