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Extra · Computerwissen · Lektion X1

Die Evolution des Personal Computers: von den 1980er-Jahren bis heute

Aktualisiert am 4 Min. Lesezeit

Wer heute eine PHP-Anwendung schreibt, steht auf den Schultern von vier Jahrzehnten Computergeschichte. Der Server, auf dem der Code läuft, ist im Kern ein Nachfahre des Personal Computers – und die Tatsache, dass fast jeder Mensch einen Browser in der Tasche trägt, hat die Art, wie wir Software bauen, grundlegend verändert.

Lernziele

  • Du kennst die wichtigsten Etappen der PC-Geschichte.
  • Du verstehst, wie Hardware-Entwicklungen das Web geprägt haben.
  • Du kannst die Rolle von Linux und Open Source einordnen.
IBM Personal Computer 5150 mit Monitor und Tastatur
Der IBM PC 5150 von 1981 wurde zum Vorbild einer ganzen Rechnergattung. Foto: Fried Dough, gemeinfrei (Wikimedia Commons).

Die frühen 1980er: der PC wird zum Standard

Heimcomputer gab es schon Ende der 1970er-Jahre. Den Durchbruch im Büro brachte aber der IBM Personal Computer, der im August 1981 vorgestellt wurde. IBM setzte auf frei erhältliche Bauteile und veröffentlichte die technische Dokumentation. Andere Hersteller konnten daher kompatible Rechner bauen – die sogenannten „IBM-kompatiblen“ PCs. Das Betriebssystem MS-DOS lieferte Microsoft, das es auch an andere Hersteller lizenzieren durfte.

Diese Offenheit der Hardware war folgenreich: Es entstand ein Markt mit vielen Anbietern, sinkenden Preisen und einem gemeinsamen Standard. Genau diese Standardarchitektur steckt bis heute in den meisten Servern.

1984 bis 1995: Fenster, Maus und grafische Oberflächen

Im Januar 1984 brachte Apple den Macintosh auf den Markt und machte die grafische Oberfläche mit Maus und Fenstern populär. Microsoft zog mit Windows nach; der große Erfolg kam mit Windows 95, das im August 1995 erschien und Startmenü und Taskleiste einführte. Für viele Haushalte war das der erste eigene Computer.

1991: Linux und die Open-Source-Idee

Im August 1991 kündigte der finnische Student Linus Torvalds einen freien Betriebssystemkern an: Linux. Zusammen mit den Werkzeugen des GNU-Projekts entstand ein vollständiges, freies Betriebssystem. Auf dem Desktop blieb Linux eine Nische, auf Servern wurde es zum Standard. Warum das so ist, erklärt der Vergleich Windows, macOS und Linux.

Mitte der 1990er: das Web kommt – und mit ihm PHP

Mit dem World Wide Web veränderte sich die Rolle des PCs. Er wurde zum Fenster ins Netz. Die ersten Websites waren statisch; bald wollte man aber Formulare auswerten, Besucher zählen, Inhalte aus Datenbanken zeigen. Genau in dieser Zeit, 1995, veröffentlichte Rasmus Lerdorf die ersten PHP-Werkzeuge. Die Details stehen in der Geschichte von PHP.

Aus Linux, dem Webserver Apache, der Datenbank MySQL und PHP entstand das berühmte LAMP-Paket. Es war frei, lief auf günstiger PC-Hardware und machte dynamische Websites für alle erschwinglich. Viele große Plattformen haben so angefangen.

2000er: mehr Leistung, mehr Kerne, Notebooks

Lange stieg die Rechenleistung vor allem durch höhere Taktfrequenzen. Mitte der 2000er stieß dieser Weg an physikalische Grenzen, vor allem wegen der Abwärme. Die Hersteller setzten stattdessen auf mehrere Kerne pro Prozessor. Für Server-Software war das ein Glücksfall, denn ein Webserver bearbeitet ohnehin viele Anfragen gleichzeitig. PHP-FPM verteilt Anfragen auf mehrere Prozesse und nutzt so alle Kerne. Gleichzeitig lösten Notebooks nach und nach den Desktop-Rechner als wichtigstes Gerät ab.

Seit 2007: Smartphones, Cloud und neue Architekturen

Mit dem Smartphone wanderte der Computer in die Hosentasche. Für Webentwickler bedeutete das: Seiten müssen auf kleinen Bildschirmen funktionieren, schnell laden und mit wechselnder Netzqualität zurechtkommen. Gleichzeitig verschwanden viele Server aus dem Keller in die Cloud – gemietete Rechenleistung in großen Rechenzentren.

Auch die Prozessorarchitektur ist wieder in Bewegung. ARM-Prozessoren, lange in Smartphones zu Hause, stecken inzwischen in Notebooks und in vielen Cloud-Servern. PHP läuft auf beiden Welten; beim Entwickeln mit Containern sollte man aber darauf achten, dass Images für die richtige Architektur gebaut werden. Mehr dazu in Lokale Entwicklungsumgebung.

Was bleibt

Der Rechner auf dem Schreibtisch ist heute tausendfach leistungsfähiger als der IBM PC von 1981. Die Grundidee ist aber dieselbe geblieben: ein Prozessor, Arbeitsspeicher, dauerhafter Speicher und ein Betriebssystem dazwischen. Wie diese Bausteine zusammenarbeiten, erklärt Computerhardware verstehen. Ausführlich zur Geschichte informiert der Wikipedia-Artikel zum IBM Personal Computer.

Selbstcheck

Warum konnten andere Hersteller IBM-kompatible PCs bauen?

IBM nutzte frei erhältliche Bauteile und veröffentlichte die technische Dokumentation.

Wofür steht LAMP?

Linux, Apache, MySQL und PHP.

Warum setzen Prozessoren seit den 2000ern auf mehrere Kerne?

Höhere Taktfrequenzen stießen wegen der Abwärme an physikalische Grenzen.

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